EV Bad Wörishofen
1:2 n.V. (0:1/0:0/1:0/0:1)
Niederlage
Torschüsse
ESVT 35
EVW 26
Strafzeiten
ESVT 4 min
EVW 12 min
Zuschauer
400
ESV Türkheim ist Vizemeister der Bezirksliga Bayern 25/26
Es hat am Ende nicht sollen sein. In einem Spiel 2, in dem die Celtics das aktivere und bessere Team sind, müssen sich die gelb-blauen nach Verlängerung geschlagen geben. Damit geht der Titel in die Kurstadt und die Celtics sind bayerischer Bezirksliga-Vizemeister der Saison 2025/2026.
Im Gegensatz zu Freitag kam Türkheim im bis auf den letzten Platz ausverkauften Sieben-Schwaben-Stadion deutlich besser in die Partie. Die vielen Fans, die deutliche Mehrheit davon Türkheimer, sahen einen ESVT, der von Beginn an versuchte, das Heft in die Hand zu nehmen und voll auf Sieg spielte. Demnach gehörten auch die ersten guten Gelegenheiten den Celtics. Doch was sich schon am Freitag zeigte, setzte sich in Spiel 2 fort. War die Wörishofer Defensive einmal mehr geschlagen, hielt Wölfe-Torhüter Dominik Held, was es zu halten gab. Aber die Türkheimer ließen sich davon nicht irritieren und spielten weiter munter nach vorne. Die Kurstädter dagegen setzten auf Konter. Ihren ersten davon spielten sie in der 10. Minute perfekt aus und gingen quasi aus dem Nichts mit 0:1 in Führung. Wörishofens tschechische Torgarantie Michael Schejbal setzte Fabian Held in Szene der unhaltbar einschieben konnte. Aber auch von diesem Nackenschlag ließ sich Türkheim nicht aus dem Konzept bringen. Gegen Ende des Drittels durften die Celtics zweimal in Überzahl ran, doch auch hier gelang trotz bester Chancen kein Treffer.
Im zweiten Spielabschnitt ein ähnliches Bild. Türkheim die Mannschaft mit mehr Spielanteilen, mehr Einsatzwillen und dem besseren Eishockey. Bad Wörishofen konzentrierte sich auf Konter und wusste sich oftmals nur mit Icings zu helfen. Ein ums andere Mal liefen die Celtics an, doch scheiterten nach wie vor am Wörishofer Goalie oder am eigenen Unvermögen. Längst wäre der Ausgleich verdient gewesen, doch fallen sollte er noch nicht.
Auch das letzte Drittel war von Türkheimer Angriffsbemühungen geprägt. Und schließlich fiel das ersehnte 1:1 87 Sekunden vor Schluss. In Überzahl nahmen die Celtics ihren Torhüter Michi Bernthaler für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Die Scheibe lief gut durchs gegnerische Drittel und kam zu Max Schorer. Dessen Schuss aus halblinker Position schlug im Wörishofer Gehäuse ein und versetzte das Sieben-Schwaben-Stadion in Ekstase. Die restlichen eineinhalb Minuten hatten die Celtics dann sogar noch das 2:1 auf dem Schläger, doch nichts wars.
Nach 60 Minuten ging es in eine zehnminütige Overtime. Gespielt wurde im vier gegen vier. Dadurch ergaben sich Räume auf dem Eis, die beiderseits versucht wurden auszuspielen. Während Türkheim sich vorne mehrere Topchancen auf den Sieg herausspielte, das Spielgerät allerdings nicht im Tor unterbringen konnten, verliefen die Wörishofer Angriffe meistens im nichts. Bis kurz vor Ende der Verlängerung. In einer unübersichtlichen Situation brachte Scheijbal den Puck zu Anton Hanke, der die Scheibe irgendwie über die Linie stochern konnte. Damit war die Partie vorbei und zugunsten des EVW entschieden.
Traurige Gesichter natürliche bei allen, die es mit dem ESV Türkheim hielten. Gerade in Spiel 2 hätte man sich ein drittes und entscheidendes Spiel durchaus verdient. Trotzdem darf man bei den Celtics auf eine überaus erfolgreiche Saison zurückblicken. Einer sehr guten Hauptrunde folgten bärenstarke Viertel- und Halbfinalspiele. Hauchdünn ist man schließlich an der Meisterschaft vorbeigeschrammt, hat aber eine Finalserie vor einer wahnsinnigen Kulisse spielen dürfen, die trotz der Niederlage dem ganzen Verein noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Mannschaft hat die ganze Saison über Leidenschaft, Kampfgeist und Wille gezeigt. Man hat miteinander gewonnen, miteinander verloren und Zusammenhalt gelebt. Man hat sich in kleine Eishockeyherzen gespielt, neue Fans gewonnen und sich als Einheit präsentiert. Der ganze Verein ist, unabhängig der Ersten Mannschaft, in dieser Saison noch mehr zusammengewachsen und kann mit Fug und Recht von sich behaupten, eine Familie zu sein. Man gewinnt nicht immer Titel, aber man gewinnt etwas, das oft noch viel wertvoller sein kann: Respekt, Zusammenhalt und unvergessliche Momente. Genau das hat die Mannschaft in dieser Saison erreicht. Die Celtics haben gezeigt, was möglich ist, wenn jeder für den anderen einsteht und man gemeinsam an ein Ziel glaubt. Die Finalserie mag verloren gegangen sein, doch sie hat den Verein stärker gemacht, auf und neben dem Eis. Die Unterstützung der Fans, die Leidenschaft auf den Rängen und das Herzblut im Team sind Dinge, die bleiben.
Mit diesem Fundament darf man optimistisch nach vorne blicken. Denn wer so auftritt, wer so zusammenhält, der wird auch in Zukunft wieder seine Chancen bekommen. Und vielleicht ist es dann genau dieser Zusammenhalt, der am Ende den entscheidenden Unterschied macht.
Die Geschichte des Eissportverein Türkheim e.V. wurde in dieser Saison um ein paar Seiten weitergeschrieben. Die ESV Türkheim Celtics sind Vizemeister der Bezirksliga Bayern 2025/2026.
Spielmomente





















